Portwein, das Lieblingsgetränk des englischen Bürgertums und Adels, wurde jahrhundertelang vom Duorotal Portugals in die ganze Welt exportiert. Die Namen der grossen Handelsfirmen erinnern noch heute an die englische, schottische oder holländische Herkunft. Auf meiner Reise durch Portugal bin ich genau diesen Namen begegnet, Sandeman, Taylor, Fonseca, Warre, Niepoort und viele mehr. Entspannt von dem herrlichen Aufenthalt im Hotel Yeatman ging meine Reise weiter Richtung Osten, dass Duoro Tal nach Pinhao entlang. Dorthin wo die Weine auf ihren terrassierten Hängen wachsen und sich dem Fluss und der Sonne entgegen strecken. Jahrhundertelang wurden die Weine auf Schiffen in Fässern auf dem Fluss Duoro, nach Villa Nova di Gaia transportiert, wo diese in den Lodges zur vollendeten Reife gelangen. Herzlich wurde ich auf der Quinta de Nápoles empfangen. Nach einem kraftvollen und typisch portugiesischem Abendessen in der Runde aller Mitarbeiter, ging es direkt mit den nackten Füssen in die Lagares, um die Trauben auf traditionelle Weise zu treten. Laut Dirk Niepoort, muss man die Füsse nicht vorher waschen aber danach braucht man Wochen um diese wieder sauber zu bekommen. Genau diese Erfahrung musste ich auch machen!
Nach diesem langen, erlebnisreichen Tag viel ich in meinem kleinen Hotel, direkt am Ufer, erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen ging es in die Weinberge, dort wurde mir bewusst wie steil und steinig die Weinbergsterrassen wirklich sind. Genau kann wohl keiner sagen welche Rebsorten in welchem Weinberg wachsen. Diese wurden vor vielen Jahren in Mischsätzen angepflanzt. Über 80 Rebsorten sind heutzutage in der Region zu finden. Knapp die Hälfte davon ist für die Herstellung von Portwein erlaubt. Die wichtigsten Rebsorten zur Herstellung des roten Portweins sind Tinta Barroca, Touriga Francesca, Touriga Nacional (sie ist die hochwertigste Portweinrebsorte), Tinta Roriz, Tinta Amarela, Tinto Cão und Tinta Francisca. Der weißen Portwein entsteht hauptsächlich aus den Rebsorten Malvasia Fina, Codega und Rabigato. Zugelassen wären noch die Sorten Donzelinho Branco, Esgana Cão, Folgasão, Gouveio, Malvasia Rei, Moscatel und Viosinho. Mein Dinner genoss ich im Restaurant DOC von Chef Rui Paula, auch hier gab mir die grosse Fensterfront den Blick auf die gewaltigen Terrassen am Duoro Fluss frei. Das Essen eine harmonische Symphonie zum portugiesischem Rotwein. Das Dessert wurde natürlich von einem kräftigen Vintage-Port von Dirk abgerundet. Der Bioma ist eine neue Spezialität im Premiumbereich von Niepoort. Das Traubengut kommt von 80- bis 100-jährigen Reben des Weinguts «Vinha da Pisca». Er zeigt, Aromen von schwarzer Schokolade, schwarzen Beeren und eine wunderbare Vinosität. Im Gaumen frisch und elegant, mit reinem Obstgeschmack und feinen Tanninen, die dem Wein eine aussergewöhnliche Kraft und und eine elegante Struktur verleihen. (in der Schweiz bei Riegger-Weine zu bekommen). Eine Reise ins Duoro Tal, ist eine Reise voller geschichtlicher Eindrücke, die einen Quantensprung in die heutige Zeit gemacht haben. Die Tore der Quintas stehen weit offen und die Herzlichkeit, besonders auf der Quinta de Nápoles von Dirk und Verena Niepoort findet keine Grenzen. PORTO eine Reise wert!
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