Erwin Olaf Photograph

Diese ist die Stärke, welche seit drei Jahrhunderten in der Geschichte des Hauses tief verwurzelt ist.
Unter anderem trug Ruinart dazu bei, dass die französische Kunst ins Bewusstsein der Menschen gerufen wird.
Bereits 1896 wurde der talentierte und junge Künstler Alphonse Mucha engagiert, um eine auffällige Werbeanzeige zu gestalten. Er war der Erste in einer langen Reihe von namhaften Künstlern aus allen möglichen Bereichen. So begann die innige Liebe zwischen den Künsten und dem Champagnerhaus.
Im Jahr 2016 schenkt Ruinart sein Vertrauen dem niederländischem Fotografen Erwin Olaf. Mit seinem Blick für Perfektion und Ehrfurcht rückt Erwin Olaf die Crayèrs und Keller des Hauses, welche als UNESCO – Weltkulturerbe gelten, in ein elegantes und mystisches Licht. Er erzählt die aussergewöhnliche Geschichte der Crayèrs durch das Objektiv seiner Kamera.
Ich habe Erwin Olaf an der Art Basel getroffen und durfte ihm einige Fragen stellen:
Was waren die Ersten Gefühle als Sie die Keller betraten? „Ich hatte zwei verschiedene Gefühle, das eine war Überwältigung und das andere waren meine Gedanken, welche sich überschlugen: was kann ich zu dieser beeindruckenden Legende überhaupt noch hinzufügen und wie soll ich diese mächtigen Keller auf ein Foto bringen.“

Wieviel Zeit haben Sie in den Kellern verbracht?
„Es war ein Prozess von 1 1/2 Jahren, wir haben sogar eine Serie welche nicht gut war rausgeworfen und von vorne begonnen. Man geht in die Keller macht einen Shooting, dann stellt man zu Hause fest, dass es nicht das gewünschte Ergebnis ist und fängt wieder an.“

Warum sind die Fotos schwarz-weiss, normalerweise fotografieren Sie sehr farbenfroh und auch provokativ?
„Es ist so, am Anfang steht eine Idee mit vielen Models, aufwändigen Lichtinstallationen aber es funktioniert nicht. Ich lief alleine im Keller herum. Die Lichter sind dort alle orange, dieses Licht reduziert alles auf ein Nichts. So kam mir die Idee auf schwarz und weiss zurückzugehen, um so den Fokus nur auf die „Graffitis“ zu setzen und dadurch die Gefühle besser wiederzugeben, welche ich während meiner Arbeit dort gespürt habe. Es hat noch nie einen Auftrag gegeben welcher so nahe an meiner eigenen Kunst war, es hat mir 95% Zufriedenheit gegeben.“

Haben Sie ein Lieblingsbild?
„Es ist wie mit eigenen Kindern, egal ob diese schön, wunderschön oder nicht ganz so schön sind, für einem selber sind sie das Beste, Tollste und Schönste. Jedes der Bilder hat seinen eigenen Charme.“

Welches der Graffitis hat Sie am meisten zum nachdenken gebracht?
„Es war das kleine Gesicht in einer ca. 1 m tiefen Nische. Ich habe es am letzten Tag unseres Shootings entdeckt, es war hinter Kisten versteckt. Meine Gedanken waren: warum nimmt sich jemand die Zeit oder was ist passiert das derjenige es macht/was war sein Antrieb?“

Ich gehe davon aus, dass Sie bereits ein – zwei Gläser Blanc de Blancs getrunken haben, wie würden Sie diesen beschreiben?
„Exzellent, wirklich gut, samtig, er passt zu mir, einfach klassisch und stylisch.“

Seine Bilder sind seine Worte, sie versuchen die Gefühle wiederzugeben welche man in diesen beeindruckenden Kellern spürt. Ich weiss von was ich spreche, denn es ist wirklich unglaublich dort unten. Der Betrachter kann in seinen eigenen Gedanken versinken und sich so die Geschichten zu den Graffitis selber erträumen.

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